Qualifikationsdritter gegen -vierten – die überraschende Finalpaarung
Text: Bernhard Windler
Wenn man bei Oddsportal oder Bet365 auf die Finalpaarung in der Volleyball-Meisterschaft der Schweiz hätte wetten können, dann hätte viel Geld verdient, wer auf Schönenwerd gegen Amriswil getippt hätte. Denn Amriswil gelang das Kunststück, im Playoff-Halbfinal den souveränen Qualifikationssieger Chênois Genf zu eliminieren. Etwas weniger überraschend war, dass Schönenwerd die Finalqualifikation über das leicht stärker eingeschätzte Näfels schaffte.
2015 begann für Amriswil so etwas wie die «volleyballerische Neuzeit». Gegenüber der vorangegangenen Spielzeit hatte man fast die ganze Mannschaft ausgewechselt. Coack Ratko Pavilcevic war ebenso gekommen wie die späteren Teamstützen und Überflieger Josh Howatson und Sébastien Steigmeier. Nach fünf mageren Jahren stellten sich sofort Meistertitel und Cupsiege ein.
Seit Beginn der Saison 15/16 spielten Amriswil und die Solothurner aus Schönenwerd 28 mal gegeneinander. Die Thurgauer gewannen 22 mal. Das ist eine Siegesquote von 78.6 %. Diese Quote ist besser als diejenige gegen Näfels (77.1 %), gegen Chênois (71.8 %) und gegen Lausanne (61.9 %). Insgesamt trugen die Amriswiler von 2015 bis jetzt 278 Wettbewerbsspiele (Meisterschaft, Cup, Supercup, Europacuppartien) aus. Daraus resultierten 206 Siege, was 74.1 % entspricht. Grob gesagt: Amriswil gewann drei von vier Spielen.
Genug der Zahlenspielereien und Fokus auf den Playoff-Final. Vor der ersten Begegnung der Saison stand in der Vorschau: « Schönenwerd hat gegenüber der letzten Spielzeit fast sein ganzes Kader ausgewechselt. Geblieben sind von den massgebenden Akteuren Passeur Reto Giger und die beiden Aussenangreifer Mirco Gerson und Cyril Kolb. Neuer Dia als Ersatz für den Amerikaner Jalen Penrose ist ein Mann mit beinahe unaussprechlichem Namen: Jayalath Arachchige Mahela Indeewara Bandara aus Sri Lanka. Ein Rückkehrer ist Aussenangreifer Luca Ulrich. Er ist mit Ravenna aus der obersten italienischen Liga abgestiegen. Für die Mitte sind der Puerto Ricaner Jonathan Daniel Rodriguez López und der Kanadier Samuel Taylor-Parks gekommen. Einen ganz gewichtigen Wechsel hat es auf der Libero-Position gegeben: Nationalspieler Julian Fischer hat zu Chênois gewechselt. Für ihn hat Lukas Hasler von Traktor Basel angeheuert».
Seither ist fast ein halbes Jahr vergangen. Drei Begegnungen der beiden Teams hat es gegeben. Am 15.10.2022 verlor Amriswil zu Hause mit 2:3, wobei anzumerken ist, dass Coach Pichette nach gewonnenem erstem Satz die Stammsechs praktisch vollständig durch die zweite Garde ersetzte. Er wollte den Stammkräften vor dem Supercup am folgenden Tag etwas Erholung verschaffen. Am 3.12.2022 gewann Amriswil in Schönenwerd glatt mit 3:0. Allerdings fehlte den Niederämtern in diesem Spiel ihr Dia Mahela. Die einzige Partie unter normalen Voraussetzungen fand am 4. Februar 2023 statt. Amriswil verlor die Begegnung nach einer 2-Satz-Führung mit 2:3.
Wer Schweizer Meister werden will, muss nun also drei von fünf Playoff-Finalspielen gewinnen. Da geht es nicht mehr um Statistiken, sondern es zählen nur noch Siege!
Finaltermine im Überblick (Serie Best of Five):
Mittwoch, 5. April, 19 Uhr: Volley Schönenwerd – LINDAREN Volley Amriswil
Montag, 10. April, 16 Uhr: LINDAREN Volley Amriswil – Volley Schönenwerd
Sonntag, 16. April, 16 Uhr: Volley Schönenwerd – LINDAREN Volley Amriswil
Freitag, 21. April, 19 Uhr: LINDAREN Volley Amriswil – Volley Schönenwerd
Sonntag, 23. April, 16 Uhr: Volley Schönenwerd – LINDAREN Volley Amriswil