CEV Cup 1/16 Final 2025/2026
10. Dezember 2025: Orion Stars Doetinchem – Volley Amriswil 3:1 (20:25, 25:19, 25:19, 25:16)

Text: Berni Windler

Der holländische Meister war einfach zu stark

Die niederländische Eredivisie ist in ihren Strukturen absolut vergleichbar mit der schweizerischen Nationalliga A. Genau wie in der Schweiz bilden nur acht Teams die oberste Liga, und wie in der Schweiz mit Genf, Lausanne und St. Gallen sind auch in den Niederlanden mit Rotterdam, Groningen und Appeldoorn nur drei grosse Städte mit Teams vertreten. Daneben gibt es VC Limax Linne aus einem Ort in der Provinz Limburg mit nur 3900 Einwohnern. Und es gibt Doetinchem, wo die Orion Stars beheimatet sind. Das Team aus der 60’000 Einwohner zählenden Stadt in der Provinz Gelderland nahe der Grenze zum deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ist seit einigen Jahren das Team, das alles gewinnt, was es im Lande zu gewinnen gibt.

So stiess der Schweizer Dreifachgewinner Amriswil im Sechzehntelfinal des CEV-Cups auf den letztjährigen Sieger von Meisterschaft, Cup und Supercup in den Niederlanden. Die Erfolge sind vergleichbar, die Vereinsstrukturen aber nicht. Während in Amriswil nebst dem Spielerkader inklusive Trainerstab nur gerade eine Person fest beschäftigt ist und sonst jegliche Arbeit ehrenamtlich besorgt wird, gibt es bei Doetinchem unzählige festangestellte Mitarbeiter, die sich um den Verein professionell kümmern. Dass bei den Holländern einiges an Geld vorhanden ist, zeigt allein die Tatsache, dass mit Wouter Ter Maat ein Spieler verpflichtet werden konnte, der in den letzten fünf Saisons bei Ziraat Bankkart Ankara spielte und in der äusserst starken türkischen Liga viermal den Meistertitel holte. Nicht zu vergessen ist der CEV-Cup-Titel 2025.

Amriswil stand vor einer schwierigen Aufgabe, was man im Voraus wusste. Dass Daniel Urueña, der peruanische Mitteangreifer verletzungsbedingt nicht mitmachen konnte, war bekannt. Bei der Ankunft nach der neunstündigen Busfahrt war es dann Etienne Schalch – am vergangenen Samstag noch umjubelter Topscorer beim 3:0 gegen Schönenwerd – , der sich mit heftigen, grippeartigen Symptomen sehr unwohl fühlte. Coach Juan Serramalera brachte deshalb David Boon in der Startformation.

Im ersten Satz traute man seinen Augen kaum: Nicht das hochkotierte Doetinchem ergriff das Szepter, sondern unbekümmert auftretende Amriswiler. Nachdem sie einen 4:1-Vorsprung noch aus den Händen gegeben hatten, holten sie bei Aufschlag von Bruno Jukic eine 11:5-Führung heraus. Als nach dem 12:7 bei Aufschlag Jovanovic ein 15:7 resultierte, war ein Satzgewinn schon ziemlich nahe. Und die Leute um Captain Iliya Goldrin behielten die Nerven: Mit 25:20 ging der Satz relativ klar an die Gäste.

Aber es ist gefährlich, einen Löwen zu wecken. Der Löwe heisst Wout Ter Maat, und er war es, der den Amriswiler Block in die Verzweiflung trieb. Immer wieder zirkelte er den Ball am Block vorbei. Deckte die Defense die Diagonale ab, kam der Ball longline. Und umgekehrt kamen dann knallharte Diagonalschläge. Aber auch der Däne Tobias Kjær punktete immer wieder mit imposanten Schlägen. Und dann waren da noch die Aufschläge: Zwar punkteten die Gastgeber nur mit sechs Servicewinnern, aber durch den steten Druck kamen die Annahmen wenig genau zu Passeur Milan Jovanovic. Diesbezüglich waren die Aufschläge von Passeur Liam McCluskey beispielhaft.

Die weiteren Satzresultate zu 19, 19 und 16 zeigen auf, dass die Amriswiler nach dem ersten Satz mehr oder weniger chancenlos waren. Auch der eingewechselte Etienne Schalch vermochte daran nichts zu ändern. Seine Verfassung erlaubte kein besseres Rendement, als 33 % der Angriffe zu verwerten.

Beste Amriswiler waren Goldrin mit vielen gelungenen Pipeangriffen und die beiden Mittespieler Joel Hauck und Miloslav Dimov mit ihren Blocks.

Orion Stars Doetinchem – Volley Amriswil 3:1 (20:25, 25:19, 25:19, 25:16); Doetinchem, Saza Sporthall, 1150 Zuschauer; 1. Schiedsrichter: Jelena Mitrovic (Montenegro); 2. Schiedsrichter: Caner Cildir (Türkei); Mannschaftsaufstellung  Orion Stars: Liam McCluskey, Tobias Kjær, Jannes Van der Ham, Wouter Ter Maat, Luuk Hoge Bavel, Hiago Crins, Niels Lipke (Libero); Mannschaftsaufstellung Volley Amriswil: Iliya Goldrin, Joel Hauck, David Boon, Bruno Jukic, Miloslav Dimov, Milan Jovanovic, Ramon Diem (Libero)