Meisterschaft Finale 1/5
4. April 2026: Volley Näfels – Volley Amriswil 0:3 (14:25, 22:25, 15:25)
Text: Berni Windler
Amriswil holt das Break und legt vor
Mit einer begeisternden Leistung bestätigte das Team von Coach Juan Serramalera den Cupsieg vom letzten März-Samstag. Der Qualifikationssiger Näfels vermochte die gute Ausgangslage mit Heimrecht in der ersten Partie nicht auszunützen. Zu gut, zu druckvoll, zu abgeklärt trumpften die Amriswiler in der Näfelser Linth-Arena auf.
Schon kurz nach Spielbeginn fiel auf, dass Ignacio Verdi das Näfelser Team ganz anders eingestellt hatte als im Cupfinal. Damals liefen sehr viele Angriffe über den portugiesischen Aussenangreifer Manuel Figueiredo, der den Amriswiler Block dauernd mit halbharten Blockoutsmashes anspielte, die immer wieder zu Punkten führten. Diesmal hatte Zuspieler Ezequiel Vazquez den Auftrag, vermehrt seine Mitteangreifer einzusetzen. Diese Absicht hatte zwar Erfolg: Von 18 Mitteangriffen führten 13 via Joachim Hesselholt und Risto Nikolov zum Punkt. Nur verhungerten nebendran die Aussenangreifer, bei denen gerade mal 27 % (Figueiredo) und 18 % (Nathan Broch) der Angriffe zum Erfolg führten. Eine katastrophale Ausbeute!
Amriswil lag von Beginn des ersten Satzes vorne. Bis zum 11:9 waren die Amriswiler für die Näfelser einigermassen in Reichweite. Dann aber setzten sich die Thurgauer bei Aufschlag von Joel Hauck auf 15:9 ab, und als Milan Jovanovic mehrere Servicewinner schlug, war der Satzgewinn mit 25:14 schnell erreicht.
Jetzt standen die Glarner natürlich unter starkem Druck. Und wie schon im Cupfinal kehrte das Spiel zu Beginn des zweiten Satzes. Schnell einmal führten die Platzherren mit 11:5, wobei in dieser Phase die Amriswiler Annahme grosse Mühe mit den Aufschlägen von Pablo Cabañas und Nathan Broch bekundete. Ganze dreimal ging die Annahme an die sehr niedrige Decke in der Näfelser Halle. Dann wechselte Serramalera Björn Höhne für den in dieser Phase unglücklich agierenden Iliya Goldrin ein. Als die Näfelser auf 16:11 stellen konnten, sah es für sie bezüglich Satzgewinn sehr gut aus. Doch nach dem 18:14 brachte Etienne Schalch sein Team mit drei Serviceknallern wieder in die Spur zum 18:18-Ausgleich. Nach der 20:19- Führung von Näfels griff Serramalera zu einem Kniff, der für alle Aussenstehenden unverständlich schien. Höhne, der die Glarner Aufschläge perfekt angenommen hatte, musste seinen Platz wieder an Goldrin abtreten. Der Israeli verdankte das Vertrauen mit drei aufeinanderfolgenden Punktgewinnen zur 23:22-Führung. Dann brauchte es nur noch einen Block von Joel Hauck gegen den Versuch einer Passeurfinte von Vazquez und einen Abschluss von Bruno Jukic, und schon war auch der zweite Satz eine Beute für die Gäste geworden.
Der dritte Durchgang war zu Beginn sehr ausgeglichen. Als aber die Amriswiler nach dem 7:7 mit drei Punkten in Folge einen etwas grösseren Vorsprung herausspielten (10:7) und Schalch und Bruno Jukic mit Assen auf 17:12 stellten, war der Widerstand der Glarner gebrochen. Mit 25:15 endete auch dieser Satz mit einer Klatsche.
Wie schon im Cupfinal in Winterthur glänzte Amriswil mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Goldrin mit 17 und Schalch mit 16 lieferten am meisten Punkte, aber auch Jukic und Hauck verbuchten eine zweistellige Punktzahl. Die grössten Vorteile besass Amriswil im Aufschlag: 15 Servicewinnern standen nur gerade 3 der Näfelser gegenüber. Eine Angriffsleistung von 62 % gegenüber 46 % war eine weitere Kennzahl, wie auch die 9:3 Blockpunkte.
Am kommenden Donnerstag steigt in Amriswil um 19:00 Uhr die zweite Partie im Rahmen des Playoff-Finals. Volley Amriswil ist in dieser Spielzeit im Tellenfeld bisher ungeschlagen und hat in 11 Partien erst einen einzigen Satz abgegeben.
Volley Näfels – Volley Amriswil 0:3 (14:25, 22:25, 15:25); Näfels, Linth-Arena, 650 Zuschauer; 1. Schiedsrichter: Aleksander Sikanjic; 2. Schiedsrichter: Alfio Sanapo. Mannschaftsaufstellung Volley Näfels: Risto Nikolov, Pablo Cabañas, Nathan Broch, Joachim Hesselholt, Ezequiel Vazquez, Manuel Figueiredo, Jonas Peter (Libero); Mannschaftsaufstellung Volley Amriswil: Milan Jovanovic, Iliya Goldrin, Joel Hauck, Etienne Schalch, Bruno Jukic, Daniel Urueña, Ramon Diem (Libero