Meisterschaft Finale 2/5
9. April 2026, 19 Uhr: Volley Amriswil – Volley Näfels
Text: Berni Windler
Noch ist nichts gewonnen!
Ins erste Playoff-Finalspiel gegen Näfels am vergangenen Samstag ging man mit gemischten Gefühlen. Zum einen hatte man den Cupfinal zwar recht souverän gewonnen, zum anderen wusste man um die Heimstärke der Glarner und um die verhältnismässig gästefeindliche Halle mit ihrer extrem niedrigen Decke und den teilweise schwierigen Lichtverhältnissen.
Doch der Bammel erwies sich als unnötig. Mit einer hervorragenden Leistung entledigte sich das Serramalera-Team der schwierigen Aufgabe, und zwar nicht nur mit einem Sieg, sondern mit einem Kantersieg. Das Team von Coach Ignacio Verdi spielte schwach, aber man spielt halt meist nur so gut, wie es der Gegner zulässt! Und Eti Schalch, Ilo Goldrin und Joel Hauck liessen nicht allzu viel zu. Allein mit dem Service zermürbten die genannten Akteure ihre Widersacher, und da der gegnerische Superstar, der Diagonalangreifer Pablo Cabañas, in drei Sätzen nur gerade zwölfmal mit seinen gefürchteten Angriffsbällen punkten konnte, kam es zu diesem für die Glarner brutalen Resultat.
Aber viele Beobachter der Schweizer Szene waren sich einig: Zweimal wird der Qualifikationssieger nicht mehr derart schlecht spielen wie in der ersten Finalpartie. Aber wo soll Verdi die Schraube ansetzen? Im Cupfinal sollte der Portugiese Manuel Figueiredo neben Cabañas der Matchwinner werden. Im ersten Finalspiel setzte er auf seine Mitteangreifer. Beide Taktiken führten nicht zum Ziel.
In dieser Hinsicht ist der Amriswiler Coach Juan Serramalera zu beneiden. Er kann auf ein sehr, sehr ausgeglichenes Team zählen mit einem Dia Schalch in Höchstform, mit Sekundanten auf den Aussenpositionen, die nicht nur ausgezeichnet annehmen, sondern auch viel Zählbares beisteuern. Dazu ist die Mitte ausgezeichnet besetzt mit einem Joel Hauck, der wohl noch nie so gut spielte wie in den letzten Partien, und einem abgeklärten Daniel Urueña, an dem häufig kein Vorbeikommen ist. Zwei Namen fehlen noch: Ramon Diem spielt auf der Liberoposition unaufgeregt, aber äusserst zuverlässig. Und Milan Jovanovic, der als Passeur das Spiel orchestriert, wurde in Näfels völlig zu Recht als bester Spieler seines Teams ausgezeichnet.
Und trotzdem muss gesagt sein: Man braucht drei Siege, um Meister zu werden. Den zweiten Erfolg holt man vorzugsweise am Donnerstag in der eigenen Halle. Und auch wenn man dem treuen Amriswiler Publikum den grossen Erfolg am liebsten in der eigenen Halle bieten würde, hätte niemand etwas dagegen, wenn der Meistertitel am kommenden Sonntag in Näfels eingefahren werden könnte.
Hoffentlich legt Näfels nicht sein Veto ein gegen solche Meisterträumereien!