Meisterschaft, Halbfinal 1/5 Playoffs 2025/2026
7. März 2026: Volley Amriswil – Volley Schönenwerd
Text: Berni Windler
Jetzt beginnt die heisse Phase!
So, jetzt kann’s losgehen! Nach wochen-, ja monatelangem Fast-nur-Geplänkel geht’s für Volley Amriswil in die entscheidende Phase. Dass in den beiden letzten Spielen der Qualifikation in der zweiten Hälfte Januar die beiden schwächsten Teams der NLA auf der anderen Seite des Netzes standen, war dem Zufall des Spielplans zuzuschreiben. Dass man in den beiden ersten Runden des Cups auf Unterklassige traf, war auf die Unwägbarkeiten bei der Auslosung zurückzuführen.
Die Best-of-five-Serie mit drei Spielen und 9:0 in den Sätzen gegen den Qualifikations-Zweitletzten St. Gallen entsprang dem Spielmodus. Diesen mag man als gut oder auch weniger gut ansehen; jedenfalls hat Volley Amriswil in den beiden letzten Monaten genau einen Satz verloren und 24 Sätze gewonnen. Aber abgesehen vom 3:0-Sieg und anschliessendem Ausscheiden nach Golden Set gegen Doetinchem im Europacup sagt nur der in Schönenwerd gewonnene Cup-Halbfinal etwas über die Stärke des Serramalera-Teams in den beiden ersten Monaten des Jahrs 2026 aus.
Jetzt geht’s also gegen eben dieses Schönenwerd. Die beiden ersten Begegnungen der Saison gewannen die Solothurner in der ominösen Samstag-/Sonntag-Doppelrunde Mitte Oktober. Die anderen zwei Partien gingen anfangs Dezember zu Hause mit 3:0 und vor genau einem Monat in besagtem Cupspiel mit 3:1 an die «Munis». Die Best-of-five-Halbfinalserie beginnt in Amriswil, weil das Serramalera-Team die Qualifikation vor dem Team aus dem Niederamt abgeschlossen hat. Und sollte es zu fünf Partien kommen, dürfen die Thurgauer drei Heimspiele bestreiten.
Seitdem «Schöni» das letzte Mal im Tellenfeld gastierte, hat im Team etwas Grundlegendes geändert: Nach dreieinhalb Jahren bei den Solothurnern hat Mahela Indeewara den zweimaligen Meister verlassen. Begründet wird der Abgang zur Unzeit mit diversen Verletzungen, die den Sri Lanker an der Entfaltung seiner grossen Fähigkeiten behindert haben. Das Management des Qualifikationsdritten hat dann aber sehr schnell reagiert: Nicht der zweite Diagonalangreifer Mischa von Burg rückte auf den Stammdiaplatz vor; mit dem 35-jährigen Ägypter Reda Haikal fand man beim Hatta Club Dubai einen neuen Mann. Dieser hat in den bisherigen sechs Meisterschaftsspielen schon 99 Punkte für sein Team erzielt und dabei eine durchschnittliche Angriffsleistung von 59 % erzielt. Wahrlich, ein guter Ersatzspieler!
Für Schöni ist zu hoffen, dass Haikal keinen Ramadan begeht. Als Amriswil in der Saison 22/23 Haikals Landsmann Abouelsoud Eid im Kader hatte, war der Leistungsabfall des gläubigen Muslims während dieser Fastenzeit unübersehbar.
Coach Juan Serramalera kennt diese Probleme momentan nicht. Er hat sein Team auf die Endphase der Meisterschaft minutiös vorbereitet. Amriswil will nicht nur Schönenwerd im Playoff-Halbfinal eliminieren und den Final erreichen; es gilt auch die Serie von 11 Siegen mit jeweils 3:0-Sätzen fortzusetzen. Der letzte Satzverlust resultierte im April 2025 im dritten Playoff-Finalspiel beim 3:2 gegen … Schönenwerd. Aber nachher stieg die grosse Meisterfeier!
Übrigens: Doetinchem hat nach dem glückhaften «Sieg» in Amriswil in der nächsten Runde gegen die Rumänen aus Brașov zweimal mit 3:0 gewonnen. Im Vor-Viertelfinal war dann Fenerbahçe Istanbul zu stark für den holländischen Meister und Amriswil-Bezwinger.