Cupfinal 2026 in Winterthur
28. März 2026, 14:00 Uhr: Volley Amriswil – Volley Näfels 3:1 (25:17, 21:25, 25:18, 25:20)

 Text: Berni Windler

 Dieses war der erste Streich, und …

Wer da nicht Appetit auf mehr bekommt, d.h. auch noch auf den Meistertitel! In einem begeisternden Spiel verteidigte Volley Amriswil seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. Die Thurgauer waren das weitaus ausgeglichenere Team und holten sich den Erfolg sehr verdient.

Beide Mannschaften starteten in Bestbesetzung, wobei auf Seiten der Amriswiler Bruno Jukic den Vorzug gegenüber Björn Höhne erhielt. Nach einem nervösen Beginn, der zu einem 2:4-Rückstand führte, übernahm das Serramalera-Team bald einmal das Kommando. Vom 9:7 bis zum 15:7 setzte Milan Jovanovic die Näfelser Annahme gewaltig unter Druck. Das führte dazu, dass Zuspieler Ezequiel Vazquez seinen argentinischen Copain auf der Diaposition nicht optimal einsetzen konnte. Jedenfalls waren die Werte von Pablo Cabañas im ersten Satz mit drei Angriffspunkten, drei Fehlern und einem geblockten Versuch nicht berauschend. Der Vorsprung der Amriswiler lag bis zum Satzende immer bei acht oder neun Punkten. 25:17 das überaus deutliche Resultat.

Anders dann im zweiten Satz. Praktisch von Beginn weg führten die Glarner mit zwei Punkten, und als Vazquez den Vorsprung bei eigenem Aufschlag auf fünf Punkte ausbaute, war das schon die halbe Miete. Trotz grosser Bemühungen gelang es den Amriswilern nie, näher als auf drei Punkte heranzukommen, und so holten sich die Näfelser den Satz mit 25:21. Cabañas war in diesem Durchgang so richtig erwacht. Gegen den spritzigen Südamerikaner mit dem schnellen Arm hatte der Amriswiler Block mal für mal das Nachsehen.

Zu Beginn des dritten Abschnitts rieben sich die Zuschauer die Augen. Mit sechs Punkten in Serie legte die Equipe um Captain Iliya Goldrin schon mal tüchtig vor. Diesem Rückstand rannte das Team von Coach Ignacio Verdi dauernd hinterher. Erst nach dem 17:9 gelang bis zum 17:13 ein schüchterner Annäherungsversuch, doch die Amriswiler hatten dafür kein Verständnis und holten sich den Satz sicher mit 25:18.

Der vierte Abschnitt schien über weite Strecken eine Blaupause des zweiten Durchgangs zu werden. 7:12 und 11:16 lauteten die Zwischenresultate in Satz 2, 7:11 und 10:16 in Satz 4. Doch im Gegensatz zum von Amriswil verlorenen zweiten Spielabschnitt sollte die 6-Punkte-Führung nicht die Entscheidung sein. Von 12:17 via 16:18 war das Score bei 19:19 plötzlich ausgeglichen. Und dann rauschten die Amriswiler gar ab. Nach dem 23:19 gab es über den Sieger kaum noch Zweifel, und als Urueña eine weitere unsaubere Näfelser Annahme direkt ins gegnerische Feld drückte, stand der vielumjubelte Amriswiler Sieg fest.

Beide Teams hatten in ihrem Diagonalangreifer den besten Mann. Am Ende resultierten für Etienne Schalch 26 Punkte bei 49 % erfolgreichen Angriffen. Praktisch ebenbürtig war Pablo Cabañas mit 25 Punkten und 47 %. Diesen beiden kamen auf Amriswiler Seite Iliya Goldrin mit 12 Zählern und bei Näfels Manuel Figueiredo mit 16 Punkten am nächsten. Amriswil hatte klare Vorteile im Aufschlag bei 8:0 Aufschlagwinnern und mit 59 % positiven Annahmen gegenüber 43 % bei Näfels. Und auch die Blockarbeit war mit 9:3 weitaus effektiver.

Am kommenden Ostersamstag stehen sich die gleichen Mannschaften in der ersten Partie des Best-of-five-Playoff-Finals erneut gegenüber. Die Glarner profitieren dabei von ihrer Linth Arena, die gegenüber allen anderen NLA-Hallen die geringste Raumhöhe aufweist, woran das Heimteam natürlich besser gewöhnt ist. Aber Amriswil hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass das Team auch dort gewinnen kann.

Volley Amriswil – Volley Näfels 3:1 (25:17, 21:25, 25:18,25:20); Winterthur, WIN4 Arena, 2000 Zuschauer; 1. Schiedsrichter: Yves Kälin; 2. Schiedsrichter: Laura Rüegg. Mannschaftsaufstellung  Volley Amriswil: Milan Jovanovic, Iliya Goldrin, Joel Hauck, Etienne Schalch, Bruno Jukic, Daniel Urueña, Ramon Diem (Libero); Mannschaftsaufstellung Näfels: Nathan Broch, Joachim Hesselholt, Ezequiel Vazquez, Manuel Figueiredo, Risto Nikolov, Pablo Cabañas, Jonas Peter (Libero)